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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - W -

 

Waiting For God
The Wake
Waltari
Wayne Kramer
Weissglut
Welle:Erdball
Weltenbrand
Wet Age
White Zombie
Whispers In The Shadow
Weltenbrand - Weltenbrand
Wide Dreams
Willow Wisp
Wings Of Destiny
Witchery
Witt
Wolfsheim
Woodlawn
World Of Silence
Wumbscut
Wyvern

 

Wyvern - No Defiance Of Fate - LP-CD (Promo) 46 Minuten

Das man von Schweden im allgemeinen handwerklich gutgemachte Musik erwarten kann, weiss mittlerweile jedes Kind. So auch hier. Wyvern spielen astreinen eingängigen Hardrock moderner Coleur, in dem sowohl klassische Heavymetalaspekte als auch moderne Anleihen zu finden sind. Die Produktion klingt breit und laut, so wie es sich gehört.

Der Hörer bekommt hierbei ein ausgesprochen gutes Musikerlebnis serviert, voller Virtuosität aber auch kompromisslos und doch melodisch perfekt. Beeindruckend ist vor allem die Stimme von Frontmann Toni Kocmut, der ausdrucksstark und gekonnt die Tempowechsel und Tonsprünge meistert.

Die Platte macht Spass. Sehr zu empfehlen demjenigen, der klassisch angehauchten Heavymetal mag.

http://hem.passagen.se/wyvernhorde/

KarstenV, 6/10 Punkten

 

WELTENBRAND - IN GOTTES ODER DES TEUFELS NAMEN - M.O.S. Records Ltd.

Die Liechtensteiner Weltenbrand widmen sich auf ihrer 4. Veröffentlichung einmal mehr den ihrer Heimat entsprungenen Sagen. Dramatisch wie eh und je werden die beiden Stimmen Simone S. und Ritchie W. von orchestralem Dark Wave unterstützt. Die Info findet dazu den interessanten Begriff "Neo Dark Classic". Gar nicht mal so falsch. Schließlich besticht gerade die neue Scheibe durch authentischen Klassikklang.

Denkt man sich die Stimmen der beiden begabten Sänger weg, so landet man unweigerlich in einem mitreißenden Mittelalter-Film. Der perfekte Soundtrack für eben solche monumentale Streifen oder auch schlicht und einfach einen kalten Winterabend, an dem man sich 2 - 20 Kerzen anzündet und diese CD mit einem Kopfhörer genießt. Und dies sollte man denn auch öfter tun, denn Stücke wie z.B. "The Bell Carrying Devil" offenbaren nach jedem Hören neue Akzente. Wunderschöne Songs wie das Titelstück "In God's Or The Devil's Name" werden in ihrer unvergleichlichen Dramatik nur noch von ihren vortrefflich eingängen jedoch nicht zu plakativen Refrains übertroffen. Ein Meisterwerk, das für mich eine hundertprozentige Steigerung zu den älteren Werken der Band darstellt, die mir nicht sonderlich gefallen hatten. Der Bonustrack, die "Spiritual Cramp"-Coverversion "The Fiddler", ist dann sogar sehr tanzbar geraten, ein potenzieller Clubhit?

Alex Krull (Atrocity) hat somit ein Album produziert, dass seine "Schützlinge" endgültig in den Dark Wave-Olymp befördern dürfte. Verdient hätten sie's...(Dominik Schröder)

 

WHITE ZOMBIE - SUPERSEXY SWINGIN SOUNDS - CD GEFFEN/BMG

Jeder kennt sie, fast jeder mag sie. WHITE ZOMBIE - Die Electro-Metaller aus Kalifornien haben die Stücke ihres letzten Albums komplett neu gemixt und dabei auf nichts und niemanden Rücksicht genommen. Ergebnis ist eine hervorragende Crossover-CD mit dem Titel `Supersexy swingin Sounds´ (mit schicken Playmates im Booklet). Breakbeat, Dub, Trance, Metal, Electro, alles wurde hier in einen Topf geschmissen, wie man unschwer an den Rennern `Super-charger heaven´ oder `More human than human´ erkennen kann. Aber auch die übrigen Tracks haben es so in sich, daß es Jürgen Engler die Tränen in die Augen treiben würde und sich so manche Band eine Scheibe davon abschneiden könnte. Note: 2,

T.C.

 

WIDE DREAMS - THE LOST SCROLLS OF WISDOM AND KNOWLEDGE - CD EMTY-MUSIC/DISCORDIA

Wohl als Konzeptalbum gedacht ist "Ne lost scrolls of wisdom and knowledge` des Projekts WIDE DREAMS. Die Geschichte dreht sich um das Schicksal der Menschheit., deren Untergang bevorsteht, wenn nicht verlorengegangene Weisheiten wiedergefunden werden. Musikalisch wird das Ganze durch sehr melodisch-träumerischen Electro umgesetzt. Zum Entspannen oder als dezente Hintergrundsmusik ist das Album sehr gut geeignet, aber zum bewußten Hören lädt es nicht unbedingt ein, da es dafür dann doch zu vorhersehbar und gleichförmig ist. Teilweise erinnern die Sounds an ruhigere PROJECT PITCHFORK-Stücke, was jetzt ausnahmsweise `mal nicht negativ gemeint ist. Stellenweise mußte ich auch an ABSCESS denken, die manchmal ähnlich sphärische Passagen haben. WIDE DREAMS haben mit ihrer CD also ein ganz nettes Electro-Album geschaffen, doch ob es reicht, um auf dem übersättigten Markt nicht unterzugehen, ist fraglich. Note: 3

R.I.R.

 

THE WAKE - NINE WAYS - CD CLEOPATRA/SEMAPHORE

Bereits seit 5 Jahren geistern THE WAKE als Geheimtip durch die Goth-Szene. Wollte sich beim Debüt `Masked` der nötige Erfolg noch nicht einstellen, so rücken sie mit dem nun zweiten Album `Nine Ways` gleich mehrere Ränge nach oben. THE WAKE kreieren auf `Nine Ways` eine wahrlich haarsträubende (im positiven Sinne) Atmosphäre, was nicht zuletzt an der grandiosen Produktion liegt. Hier waren nämlich Keith `Fluffy` Auerbachs (Ministry, Electric Hellfire Club) Finger mit im Spiel. Der Hörer muß sich durch klaustrophobisch enge Soundgewänder zwengen, gequält durch kreischend schräge Gitarren, und einen Gesang, der gar nicht unheimlicher und zugleich bewegender sein kann. Auch wenn sich der Vergleich zu den alten Sisters aufdrängen mag und einige Sounds auch irgendwie bekannt vorkommen, so sind THE WAKE dennoch eigenständig genug, ihre eigenen Ideen ordentlich umzusetzen. Sie stehen somit für ausgezeichneten Gothic der 80er im Gewand der Gegenwart. Note: 2

T.C.

 

Witchery - Dead, hot and ready "Dead, hot and ready" heißt die am 13.09.99 erscheinende neue CD der Schweden-Metaller "Witchery", die, so ist es mir aufgefallen, besser als die vorangegangenen 2 ist. Alle Musiker, so wirkt es, scheinen besser aufeinander eingeübt zu sein als vorher. Abgesehen von dem typischen "Kreisch"-Gesang, der diesmal rar gesät ist, sind andere Stile der Instrumente ziemlich gleich gut geblieben. "Dead, hot and ready" überzeugt mit deftigen Riff´s und einer guten Backline. Was Witchery aus ihrer neuen CD gemacht haben, ist das, worauf viele Fans schon lange gewartet haben. Georg Menzel Note: 2

 

Waiting for God - Desipramine

Düster hart und tötlich elektronisch; das scheinen die Merkmale von Waiting for God zu sein. Dieses Album ist auf irgendeine Weise anders, als das Debut-Album - Härter! Besser? Elektro-Crossover passt am besten, trifft am ehesten den Punkt, obwohl ich keine Schubladen mag. Durch den Verzerrer klingt die klare, helle und erotische Stimme Daemon Cadmans etwas gedrungen/"gepresst", was der Kombination Gesang/Musik aber keinen Abbruch tut. Eine oder mehrere Hände an dieser Scheibe waren unter anderem: M. Balch/FLA und D. Gordon/NUMB. Sollte diese Combo auch weiterhin so hochkarätige Unterstützung bekommen, wird in naher Zukunft noch einiges von ihnen zu hören sein, dessen bin ich mir sicher. Anspieltips sind vor allem "Inefficient Machine", "Tragic Cinderella" und "Bitch", doch gut hörbar ist diese Disc auch im Ganzen. Allen Elektronikern habe ich also nur eins zu sagen: Das gehört in Eure Sammlung! Allen anderen: Vorher anhören! 2 Shadow98

 

WAITING FOR GOD - WAITING FOR GOD / SYNTHETIC SYMPHONY - SPV

WAITING FOR GOD - Da können die aber lange warten. Denn: "Die einzige Bedeutung des Lebens ist, daß es endet. Unser einziger Sinn ist das Überleben - und das ist sinnlos, da wir alle sterben", sagen Yeht Mae. Macht aber nix. Denn warten kann man auch angenehm gestalten. Zum Beispiel eben mit WAITING FOR GOD, die wie so viele aus Vancouver/Kanada kommen und nun ihr Debüt vorstellen. Im Presseinfo werden sie mit dem Begriff Darkwave-Industrial beschrieben, was sicherlich vor allem auf die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin Daemon Cadman zurückzuführen ist, denn musikalisch sind sie sehr viel eher dem Electrobereich zuzuordnen: Treibende Beats und atmosphärische Synthklänge dominieren die neun Stücke und sorgen aufgrund von Tanzbarkeit und Eingängigkeit dafür, daß WFG für Tanzflächen als auch fürs Homeconsuming geeignet sind. Und, weil sie von der anderen Seite des großen Teichs kommen, dürfen natürlich auch die Gitarren nicht fehlen, wenn auch etwas verhaltener, als wir es gewohnt sind. Rundum eine recht ordentliche CD, die bei unterschiedlichen Hörerkreisen auf Interesse stoßen sollte, obwohl 40 Minuten für einen Longplayer natürlich viel zu kurz sind. Sowas dürfen nur Skinny Puppy. Andererseits kommen sie ja wenigstens aus Vancouver: Dann drück ich mal ein Auge zu.

L.S.

 

Waltari - Space Avenue - CD - Spin Records/EMI

Auch wenn WALTARI eigentlich vordergründig nur relativ wenige unserer Leser ansprechen dürften, so sind sie doch nicht zuletzt durch ihre Coverversion von CURE’s "A Forest" auch in der Clubszene sicherlich nicht gänzlich unbekannt. An deren neuen Album "Space Avenue" ist für viele von Euch sicherlich besonders interessant, daß kein geringerer als RHYS FULBER an den Reglern saß und auch an den Arrangements stark beteiligt war (mehr zu Rhys Fulber lest Ihr an anderer Stelle im Interview). WALTARI waren bislang dafür bekannt, daß sich auf ihren Alben eine riesige stilistische Bandbreit fand, die sich in Worten kaum fassen läßt; sie haben so ziemlich alles gespielt und persifliert, was sich denken läßt. Mit "Space Avenue" haben sich WALTARI davon verabschiedet, was ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachte. "Space Avenue" ist wesentlich kompakter und straighter als alles, was die Band bis dahin gemacht hat, die Songs sind besser auf den Punkt gebracht, dafür wirken sie aber auch ernster und nicht mehr ganz so lustig und spontan wie früher oft. Aber was soll’s; nach all den Jahren ist ein Tapetenwechsel vielleicht wirklich ganz angebracht, und bevor man lediglich sich selbst kopiert, sollte man wirklich ‘mal was Neues wagen. "Space Avenue" ist jedenfalls ein sehr rundes, aber nicht angepaßtes Album einer Band, die zu wissen scheint, was sie will. Der rote Faden, der sich durch alle Songs des Albums zieht, ist der bekannt nervöse Beat, die schrägen Gitarren, Kärtsys unverwechselbar knarziges Organ und zusätzlich noch die Synthie-Arrangements, die im Hintergrund WALTARI’s Sound eine ganz neue Note zu geben wissen. Diese Elemente würfelt die Band immer wieder gekonnt neu zusammen, diesmal jedoch, ohne den vorgegebenen Stilrahmen ins Unendliche zu erweitern. "Space Avenue" ist somit das Produkt einer reifen Band, die das Jugendalter hinter sich gelassen zu haben scheint. R.I.R. Note: 2

 

WAYNE KRAMER - Citizen Wayne - CD - Epitaph

Manche CDs sind einfach verdammt schwer in Worte zu fassen. Zu diesen gehört auch zweifelsohne "Citizen Wayne" von WAYNE KRAMER. Spontan erinnert mich das recht progressive Gitarren-Gejamme an Bowie, Hendrix, Nick Cave und REM; eine krasse Mischung also. Songs wie "Revolution in Apt.29" und "No easy way out" stechen durch die gewisse (Alternative-) Leichtfüßigkeit hervor und tendieren prinzipiell in Richtung College-Radio-Song mit Hitqualität, so daß man sie problemlos auf jeder Abifete spielen könnte. Andere wiederum sind so strange ("Shining Mr. Lincoln’s shoes" oder "You don’t know my name"), daß man sie gar nicht aus der Wohnung lassen sollte. Noch andere sind gar nicht einzuordnen. WAYNE KRAMER sind also alles andere als konventionell und völlig unüblich für Epitaph! T.C. Note: 3

 

WEISSGLUT - Im Staub der Rebellion - MCD - Hochofen Inc./NovaTekk

Leute, boomt der deutschsprachige Gitarren-Bombast-Sound tatsächlich so? Momentan sprießen unzählige Bands dieser Gattung. Ich denke da an RICHTHOFEN & Co., aber auch an WEISSGLUT, welche nun auf Hochofen Inc. ihr Labeldebüt "Im Staub der Rebellion" gegeben haben. Strotzt der Opener "Unter Deiner Asche" geradezu voll psychedelisch-metallischem Power, so daß einem unweigerlich 1000 Gründe zum Suizid einfallen, erscheinen die übrigen 3 Songs dieser Platte verdammt überflüssig. Wie war das? "Das Licht, das doppelt so hell brennt, brennt eben nur halb so lang" in diesem Sinne... T.C. Note: 3

 

WEISSGLUT - Weissglut - CD - Semaphore

Vor genau einem Jahr habe ich bereits die erste Maxi "Im Staub der Rebellion" rezensieren dürfen. Seinerzeit wurden WEISSGLUT von mir nur als mittelmäßig abgehandelt, doch sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Und sie haben es wirklich nicht leicht, um nicht als billige Rammstein-Kopie in der Schublade zu verschwinden. WEISSGLUT setzen auf harten, psychedelischen Gitarrensound, mit mächtigen Riffen und treibenden Rhythmen. WEISSGLUT kommen viel ehrlicher rüber, gerade weil die 11 Songs vom Debüt "Weissglut" nicht so auf Kommerz produziert wurden. Hier hat Rüdiger V. Schlüter (Think about Mutation,...) wirklich gute Arbeit geleistet. Wer auf prägnanten Power-Depri-Rock steht, hat mit WEISSGLUT seine Band gefunden. T.C. Note: 2

 

Wet Age - Oversexed - Subtronic Records/SPV 084-84842

Wet Age lassen deutlich ihre Wave-Einflüsse spüren, bewahren sich jedoch ein frisches Eigenpotential. Teilweise experimentell-aggressiv, aber nicht überspitzt dargestellt, schaffen die vier ein Bild, daß durch seine Ausgewogenheit besticht. Leichte Melodien ohne Seichtigkeit überzeugen dadurch, daß sie immer wieder neue Spektren entwerfen und sich nie ganz entblößen. Wet Age sind nicht schwer, aber eigentlich auch nicht leicht, ich würde fast sagen, sie sind einfach ein Mittelding mit sehr interessanten Spielereien. Wenn nicht "Kick it" und "Aged 5" wären, würde ich diesem Album jedem Synthie Pop/Wave-Fan empfehlen, so jedoch empfehle ich erstmal, in diese Stücke reinzuhören, bevor voreilig gekauft wird. M.W.

 

Wings of Destiny - Where Darkness Falls - CD Eigenproduktion

Es ist Walpurgisnacht, man fahrt später zu den Externsteinen, und da noch etwas Zeit ist, könnte man ja endlich "Where Darkness Falls", die eigenproduzierte Debut CD von Wings Of Destiny besprechen, mit der man sich nun schon etwas länger...herumquält. Gerade da sich die Band in den vorausgehenden Tape Rezensionen eher ungerecht behandelt fühlte, wollte ich eigentlich guten Willens an dieses Machwerk herangehen, aber irgendwie bleibt keine Chance, weder die Songs, der Sound, das Artwork noch die Stimmung des Albums lassen in irgendeiner Form aufhorchen, dazu kommt noch, daß die ein wenig ergebnislos vor sich hin plätschernden Wave/Pop/Rock Kompositionen gnadenlos unterproduziert sind, und dies ist nun mal auch bei einer Low Budget CD ein existentieller Makel. Ähnlich schlimm sieht es mit der neuen Sängerin aus, ein allzu deutscher Akzent läßt englische Lyrics nicht unbedingt im besten Licht erstrahlen, und weder Stimmlage noch Volumen ließen größeres Talent erahnen. Mag sein, daß ich verwöhnt bin, aber vergleicht man "Where Darkness Falls" mit den ebenfalls eigenproduzierten Debut CDs von Bands wie Aimless oder Dementia, fällt sie leider gnadenlos durch. H.M. 4

 

Witt - Eisenherz - Sonymusic/Columbia

"Supergestört und Superversaut" ist nicht nur ein Stück aus dem neuen Witt-Album "Eisenherz" sondern wohl ein Slogan, den sich der Künstler zu Herzen genommen hat und damit den roten Faden für diese Platte zeichnet.

Er thematisiert jedes erdenkliche Körperteil und all die Aktivitäten, die man betreiben kann, wenn man diese Körperteile benutzt.

Zwischenmenschliche Beziehungen scheinen den Künstler im Allgemeinen zu inspirieren, denn der Gedanke von Leid, Liebe, Tod und Partnerschaft dient jedem der Lieder auf diesem Album als Leitfaden. Ob es sich nun um Heterobeziehungen oder homosexuelle Partnerschaften handelt, Witt nimmt sich jedes Themas an. Allerdings beweist er mit seiner Reimkunst: "Ich bin schwul, und das weiss ich jetzt ganz genau, himmelblau, meine Welt, wenn du willst, bin ich ab heute deine Frau, rosa Mohn auf dem Feld" kein sonderliches Geschick.

"Ich glaube, er wird steif", "Er scheisst in Marmortoiletten" oder "Dein besoffener Mund erzählt mir nur noch Müll!" sind einige andere Auszüge aus den Lyrics des Albums, und so schwer es einem auch fällt dies zuzugeben, sind sie bei weitem keine rhetorischen Meisterwerke. Seltsam eigentlich, denn gerade von Witt ist man Besseres gewohnt.

Musikalisch hat sich auch einiges verändert. Wenn man an "Die Flut" denkt, fühlt man sich mit diesem Album in eine völlig andere Dimension versetzt. Will dieser Mann etwa in die Viva-Charts ? Die Lieder klingen poppiger und erinnern an einen zarten Rammstein-Cover-Sound.

Aber das ist noch nicht alles, was "Eisenherz" zu bieten hat: "Freundschaft" ist ein Titel, bei dem der Hörer im tiefsten Innern an Nicole mit ihrer Gitarre und dem lieblichen Stimmchen von "ein bisschen Frieden" denkt. Schlimmer noch "Freundschaft" assoziiert nicht nur den Schlagersound, sondern klingt auch so als hätte ihn jemand speziell für den Grand Prix geschrieben.

Wer also bis heute gedacht hat, Witt sei ein Wortgenie und wahrer Bastler der dunklen Töne, der sollte sich "Eisenherz" nicht zu Gemüte führen, oder vielleicht gerade deswegen, denn eine wahrlich überraschende (oder vielmehr ernüchternde) Erfahrung ist "Eisenherz" alle Male !

Marta Bock

 

WITT, JOACHIM / HEPPNER, PETER - DIE FLUT [MCD] - Zeitbombe/Indigo

Mit dieser MCD meldet sich eines der Aushängeschilder der NDW eindrucksvoll zurück und an seiner Seite findet man keinen Geringeren, als Peter Heppner, den Meisten bekannt als Sänger von WOLFSHEIM. Zu Beginn des Titelstücks ‘Die Flut’ erschrak ich dann aber doch ein wenig, hatte Herr Witt etwa Gesangsunterricht bei RAMMSTEIN genommen? Dieser Sprechgesang hätte nämlich auch problemlos von obiger Kombo sein können. Spätestens beim Einsatz von Heppner hat sich dieser Vergleich aber erledigt und das Stück entwickelt sich zu einem wahren Pop-Ohrwurm mit leicht düsterem Touch. Desweiteren finden sich auf dieser MCD die Stücke ‘Wintermärz’ (WITT) und ‘Twelve’ (HEPPNER), die bereits vom aktuellen ‘Bouquet of Dreams’-Sampler bekannt sind, sowie einer etwas längeren Version von ‘Die Flut’. Alles in allem eine beachtliche Veröffentlichung, die auf das kommende Album hoffen läßt. Th. K. 1

 

WUMPSCUT - GOMORRA - FORMAT: MCD/ NR: etah1 LABEL: :beton:kopf:media/VERTRIEB: Discordia

Vor ein paar Monaten ist noch die DRIED BLOOD CD erschienen, nun folgt auch schon die nächste Veröffentlichung. OPERATION GOMORRA - und sie kommt von niemandem anders als Rudi Ratzinger alias WUMPSCUT. Seine Musik tituliert Rudi gerne als Endzeit-EBM bzw. Endzeit-Techno. Mit Feingefühl kombiniert er sowohl Rhythmik und als auch Atmosphäre, um verschiedene, meistens sehr destruktive und depressive Stimmungen zu erzeugen. Die zwei letzten Stücke CRUCIFIED DIVISION und TURNS OFF PAIN z.B. sollen einen Soundtrack zum (wohl von ihm) langersehnten Weltunter-gang darstellen. Mal sehen, wieviele SUIZID-Tote das für September angekündigte Album BUNKERTOR 7 mit sich bringen wird...bis dahin FROHES STERBEN mit WUMPSCUT! T.C.

 

:WUMPSCUT: The Mesner Tracks - Beton Kopf Media/Discordia

Nach der BT-7-Box kommt hier ein weiteres Gimmick für die zahlreichen :Wumpscut:-Fans. Auf dieser Zusammenstellung sind zahlreiche Stücke vertreten, die als Samplerbeitrag erschienen sind, oder nur auf den beiden vergriffenen Tapes zu finden sind. Auch sind die Stücke teilweise neu aufgenommen worden, wie z.B. "Mother", von dem es eine quasi-Maxiversion zu hören gibt. Neben "UK Decay", das noch so richtig schön krachig war sind auch noch Hits wie "Ain’t it mad, yet", "Black Death" und "In the night" vertreten, das:W:-Liebhabern die Zeit bis zum nächsten im Spätsommer erwarteten Album "Embryodead" verkürzen und somit eine recht lohnenswerte Anschaffung darstellt. L.S.

 

:wumpscut: - Bunkertor 7 - Beton Kopf Media - Vertrieb: Disccordia

Getreu dem Motto: Was bei den vorherigen CD’s gezogen hat, wird auch bei meiner neuen CD Erfolg haben. Dieses muß sich Rudy Ratzinger offensichtlich gedacht haben - zumindestens bei der ersten Hälfte seines neuen Werkes. .Irgendwie bekommt man bei den ersten 4 Stücken ständig den gleichen Grundrhythmus in den Gehörgang geschoben. Auch, wenn der erste Teil einfach nur geil klingt, handelt es sich bei ihm jedenfalls schon mal nicht um eine Weiterentwicklung. Dieses ändert sich jedoch ab dem 5. Track ("Mortal Highay") urplötzlich. Höre ich da tatsächlich so etwas wie Melodie in Song Nr. 7 ("Die in winter")? Tatsächlich! Sogar richtiggehend ruhig (für die Verhältnisse des "Endzeit-Techno"-Macher) schwingen die Töne aus den Boxen in meine Ohren. Nach wie vor handelt es sich um schweißtreibende, kraftvolle Sounds, die offensichtlich kein anderer zu kreieren fähig ist. Ich kann trotz der ersten Stücke diese CD allen :wumpscut:-Fans getrost ans Herz legen; ich glaube nicht, daß sie enttäuscht sein werden. Übrigens, nicht nur :wumpscut:-Fans sollten sich diese CD zu Gemüt führen. M.B.

 

:WUMPSCUT: - Dried Blood - Mini-CD, ART ZEN IKON / Discordia

Nachdem die Debüt-CD "Music for a slaughtering tribe" große Wellen geschlagen hat, soll nun die EP "Dried Blood" die Wartezeit auf das kommende Album "Bunkertor 7" verkürzen. Wieder einmal demonstriert Rudy alias Wumpscut, was Electronic in Verbindung mit dem adäquaten Pathos zu bewirken vermag. Übergreifender Gitarreneinsatz beim Stück BLACK DEATH, DIVE-angelehnte Sounds- und Melodieführungen in DYING CULTURE, und halt noch vieles mehr. All das gibt es auf der Five-Track-EP, insgesamt 20 Minuten Industrial Noise. Zeitgleich sind übrigens Floppy-Disks mit original WUMPSCUT-Klängen im AKAI 51000 Format erschienen. Diese sind bei der CD beigefügten Adresse zu bestellen.

Thomas Czernetzki

 

WOLRD OF SILENCE - MINDscapes - Black Mark

Wie auch immer man versucht, diese Musik zu beschreiben, man findet wahrscheinlich nie die richtigen Worte.... vielleicht kommt man mit Progressive- oder Avantgarderock weiter? Am Anfang dachte ich gleich an Marillion, doch dafür wurden WORLD OF SILENCE dann zu hart und der Fish-typische Gesang fehlte. Eine Mischung aus den frühen Pink Floyd und Manfred Mann würde da schon eher zutreffen, die sphärischen Keyboardsounds, das Digeridoo, massig Percussion und das Gitarrenspiel, alles paßt. Es scheint, als würden WOS in eine Lücke stoßen, die bis dahin eher unbeachtet geblieben ist. T.C. 2

 

Willow Wisp – The Building Up And Breaking Down Of Matter - Pandaimonium

Die amerikanische Band, deren Sound ein aufregender Mix aus Gothic, Black Metal und technoiden Klängen darstellt, stellt mit "The Building Up And Breaking Down Of Matter" ihr neuestes Werk vor. Die Jungs aus Hollywood verstehen es mit, mit alt hergebrachten musikalischen Traditionen zu brechen, und einen frischen Wind den Hörern um die Ohren wehen zu lassen. Ich bin schon gespannt, ob sie auch Live zu überzeugen wissen werden. Note 2, Stefan Kranz

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