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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - X -

 

X-Act
Xandria
X Marks The Pedwalk
X Mal Deutschland - Fetish
XOL DOG 400
Xrossive
Xyphax

 

X MARKS THE PEDWALK - FACER - FORMAT: MCD, NR: CD ZOT 139 / IRS 977.179 LABEL: Zoth Ommog, VERTRIEB: IRS

Neues Material liegt auch von X MARKS THE PEDWALK aus den Münsterlanden vor. FACER heißt die gerade eben erschienene Maxic-CD und mit Ihr ist Ihnen eine Überraschung gelungen, die wohl kaum jemand erwartet hätte. Haben X-Marks doch früher aggressiven Electro-Wave gemacht, so sind sie nun in den Dancefloor-Bereich abgerutscht, was man aber nicht negativ anrechnen sollte. Wesentlich eingängiger und melodiöser ist die Musik allemal, ohne jedoch die alten Wurzel zu vergessen. T.C.

 

X-Act - No matter - Zoth Ommog/Semaphore

Ich wußte noch gar nicht, daß man auch mit "Ich hab´ zu hause ein Synithie-Musik" eine CD machen kann. Aber was hat so eine CD auch heutzutage noch für einen Materialwert. Löblich nur das Motiv des Covers mit der allerdings in der letzten Zeit üblich gewordenen Mikro Schrift von Zoth. Aber bei dieser Scheibe ist das eh nicht so schlimm. Der "No matter" Hit dieser CD ist mit Abstand Track Nr. 3. Da drehen wir einmal die Arme lustig umeinander und abwechselnd knicken wir dann mal den rechten Arm hoch, lassen den linken waagerecht vor dem Körper liegen und umgekehrt. Nicht beeinflussen lassen wir uns von dem Schulenglisch, dem platzenden "P" ins Mikrophon und dem unglaublich schrägen Gesang - wir sind ja gut drauf! Gell! Leute: für einen Aprilscherz kommt die Scheibe reichlich spät. Das einzige was man nach dem Kauf noch verwenden kann ist das Hardcase und das bekommt man fast überall für 1,50 DM. Für 30 DM bekommt man ja schon 15 Hüllen!!! Never mind. L.S.

 

XOL DOG 400 - "Trioxin and other slow beats" - KM-Musik/Semaphore

"Sag mal," wurde ich kürzlich in einem Plattenladen gefragt, "schreibt Ihr eigentlich auch was über Tekkno?" Mit Grauen gedachte ich jener "Hyper, Hyper"-Rhythmen und wilden Extacy-Parties und wollte die Promo-CD gerade ablehnen, als mir der Gedanke kam: Warum eigentlich nicht?! Und obgleich jene Musikrich-tung nicht unbedingt meinen Geschmack traf (was zu erwarten war), so fand ich "Trioxin" nach dem ersten Hören gar nicht mal so unterinteressant. Versucht man vielmehr, mit einigermaßen offenem Ohr an die Sache heranzugehen, so wird man vielleicht feststellen, daß das Ein-Mann-Projekt aus Berlin einen durchaus reizvollen Kontrast zum szeneüblichen EBM-Sound bilden kann.

 

XROSSIVE - Revolte - SYNTHETIC SYMPHONY/SPV

CD-Stoß, die dritte. Aus meinem Zwischenfallbesuch heute abend wird wohl doch nix. Na gut, was haben wir denn hier: "Gedanklich hervorgehend aus der begrifflichen Fusion der Kernelemente Kreuz als düster-mystisches Sinnbild der Dark Wave-Szene und Aggressivität, ist XROSSIVE gleichermaßen als Bandname, Kunstwort und Überschrift der musikalischen Stilrichtung zu verstehen", steht da im Presseinfo. Ja, na klar. War mir natürlich sofort selber klar. "Revolte" vereint unterschiedliche Stimmungen, die mal der elektronisch ("Etlik") und mal eher düster-sphrärisch ("Gier") sind, oder wie in "Der Tod" kalte, elektronische Soundcollagen aufbauen, in die passend zum Thema, Flatliners-Samples eingebaut wurden. Bei "Pharao" wurde sogar ein dezenter Technobeat unter die Atmosphäre gelegt und macht deutlich, daß XROSSIVE mit unterschiedlichsten Sounds experimentieren. Trotzdem kann das Album nicht auf ganzer Linie überzeugen und auch der Gesang wirkt teils aufgesetzt und manchmal klischeebeladen. Die Texte sind übrigens größtenteils auf Deutsch. L.S.

 

Xyphax - Time of the year - Off Beat/SPV

Hinter diesem ungewöhnlichen Namen steht ein ungewöhnlicher Klang. Der 21-jährige Soundtüftler M.L. Krüger hat sich alle Mühe gemacht, alteingesessene Hörgewohnheiten aufzuweichen. Herausgekommen sind fast 8o Minuten gesanglose, experimentelle Soundcollagen, die dennoch über klare Strukturen verfügen. Ausgelotet werden dabei ruhige als auch brachiale Tiefen des Sounduniversums: Mal dominieren Brekbeats (z.B bei "Treplec"), mal treffen Harmonie und Krach aufeinander ("Inferno") und mal klingt es verspielt, spährisch und bedrohlich in einem ("Axipoa"). Pate dieses Technoprojektes, das ambiente und industrielle Klänge miteinander vereint, ist übrigens Richard James (aka Aphex Twin) und das hört man auch. Neben diesem hört man auch eine nicht abstreitbare Affinität zu LFO heraus, was "Time of the year" zu einem vielschichtigen Album macht, auf dem es neben ein paar langweiligen Momenten (z.B. wenn wie bei "tronix" zu stark von Prodigy geklaut wird) auch eine ganze Reihe hervorragende Stellen und geniale Tracks gibt. Insgesamt ein überdurchschnittlich gutes Album, aber kein Jahrhundertwerk. Anspieltips: "Intraphonie" und "Slow Tech". Reinhören! LS Note: Schöne Scheibe

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