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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - Covenant -

 

Covenant - Northern Lights - Sony Music

Diese Rezi fange ich mal mit ein bisschen Brainstorming an: hypnotisch, rhythmisch, atmosphärisch, warm, bewegend, herzerwärmende Vocals...

Und nichts davon kann das wiedergeben, was Covenant mit Northern Lights erschaffen haben: Ein wundervolles Elektroalbum voller Harmonie, was überwiegend, passend zur Jahreszeit, ruhigere Töne anschlägt. Man nehme nur das überirdisch schöne, sehnsuchtsvolle "Bullet", das wundervoll hymnische, mit Chor unterlegte "Invisible Silent" oder auch das berührende "Prometheus"; weiter geht es mit "Rising Sun" und "Winter comes". Klar, Covenant wären nicht Covenant, wenn sie nicht zumindest einen Tanzflächenfüller im Gepäck hätten und das dazu erkorene "Call the Ships to Port" hat alle dazu erdenklichen Qualitäten - nicht umsonst konnte es sich innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Alternativen Charts schrauben. Der Nachfolger könnte mit dem nicht minder szenehitverdächtigen "We stand alone" auch schon in den Starlöchern stehen. Zwei Ausbrecher des insgesamt gesehen sehr harmonischen Gefüges sollten allerdings noch Erwähnung finden, und zwar die sehr minimalistisch gehaltenen, etwas an Kraftwerk erinnernden Abschlussstücke "We want Revolution" und "Scared Atlas", die allerdings auch ihren eigenen, ganz speziellen Reiz entwickeln.

Letztendlich kann ich kein anderes Fazit ziehen, als das die drei Schweden mit Northern Lights gezeigt haben, dass auch Elektro-Mucke mit Herz und Hirn möglich ist. Kritikpunkte finde ich bei diesem rundherum überzeugendem Album keine - Northern Lights ist das, was man, um auf Phrasen auszuweichen, als perfektes Album, das in keiner dunklen Plattensammlung fehlen darf, bezeichnen kann.

Andrea Scherr

 

COVENANT – Northern Light – CD – KA 2  Sony

Den 07. Oktober 2002 sollte sich jeder Elektro-Fan dick im Kalender markieren, denn an jenem Montag wird das neue Covenant-Album „Northern Light“ das Licht der Welt erblicken und danach dürfte in der Electro-Szene nichts mehr so sein, wie es einmal war. Die Presse darf schon jetzt, fast drei Monate früher, in eine „VIP-Prelistening“-Version der CD hineinhören, kleiner Wermutstropfen dabei, die Stücke werden nach spätestens drei Minuten ausgeblendet. Bei dem einen oder anderen Song reicht das kaum, um sich einen wirklichen Eindruck vom Endprodukt machen zu können.

Ging man beim letzten Album „United States Of Mind“ vor zwei Jahren noch recht eindeutig in Richtung mainstreamtauglichen Elektro, wenden sich Covenant davon bei „Northern Light“ wieder etwas ab, ohne allerdings in ihre alte Industrial-Zeit zurückzufallen. Fans der ersten Stunde dürften enttäuscht sein, minimalistischer hat man die drei Schweden nie erlebt. Unschwer zu erkennen, daß hier die Kult-Elektroniker Kraftwerk bei mehr als nur einem Song Pate gestanden haben. Nie klingen Covenant dabei allerdings altmodisch, denn ihnen ist es auf faszinierende Art und Weise gelungen ihre Songs mit unterkühlt futuristischen Popmelodien zu unterlegen. „Wir versuchen das Gefühl zu vermitteln, unsere Songs kämen aus der Zukunft.“ meinte Songwriter Joakim Montelius und beschreibt damit ziemlich genau den Zustand, den die CD beim Hörer hinterläßt.

Natürlich dürfen auch die üblichen Dancefloor-Filler nicht fehlen, wie etwa die erste Single „Call The Ships To Port“, doch insgesamt überwiegen die ruhigeren, zum Nachdenken animierenden Songs und zeigen Covenant dabei von einer faszinierenden Seite. Tanzmusik mit Anspruch, Tanzmusik für das eigene Wohnzimmer, Dinge, die sich bisher immer ausschlossen, „Northern Lights“ vereint sie. Dabei sollte allerdings nicht verschwiegen werden, daß hier gelegentlich auch mal über die Stränge geschlagen wird, wie etwa bei „Invisible & Silent“, das mit integriertem Kinderchor doch arg kitschig daher kommt.

Nachdem sich Apoptygma Berzerk in Richtung Bumm-Bumm-Techno und VNV Nation in die Belanglosigkeit verabschiedet haben, dürften Covenant nun endgültig die wahren Könige des Elektro sein. Mich jedenfalls haben sie mit „Northern Light“ mehr als überzeugen können. Anspieltips: „Monochrome“, „Bullet“, „Prometheus“.

Thorsten Kübler

Covenant - Northern Lights

 

COVENANT - SEQUENCER / Off Beat - SPV

Nach dem gelungenen Debüt konnten sich COVENANT mit ihrer genialen Maxi "Figurehead" nun auch in den Clubs durchsetzen und begeistern. Mit ihrer neuen CD können sie es nur bedingt, denn einen Oberhammer wie "Speed", der einen sofort auf die Tanzfläche treibt, findet man erst mal nicht auf "Sequencer". Dafür haben die Jungs an ihrem Sound gefeilt, und schließen sich der positiven Entwicklung im Electrobereich an, Technoelemente zu benutzen, ohne die Melodien zu verhunzen, für die sie sich ihren Namen gemacht haben und ohne die Electrofraktion zu verschrecken. Stattdessen verbindet man lieber die besseren Elemente von beiden Stilen, und schafft es absolut eigenständig zu klingen. Geil. Am besten weiß "Feedback" und die lange, neue Version von "Figurehead" zu gefallen. Einigen wird der Erstling sicher besser gefallen. Trotzdem noch klasse.

L.S.

 

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