| ECHELOR
- SCHWARZ WEISS - KM MUSIC
Hm, ein relativ edel gestaltetes Cover,
auf dem der Ausschnitt eines Bildes zu sehen ist, das einen Mann in Anzug
zeigt, der gerade in Begriff ist, eine Frau zu küssen...Was erwartet
uns jetzt? Der deutsche Soundtrack von Casablanca? Hoch-intelligenter,
nachdenklicher Elektro? Wohl schon eher, jedoch auch nicht 100%-ig...
Die Songs von Echelor haben einen sehr starken NDW-Charakter, besonders,
wenn man den Gesang der beiden Mikro-Künstler Starke und Rothmund
in Betracht zieht. Nur die abwechslungsreichen Rythmen, die sich sehr
angenehm vom üblichen stupiden "Unz Unz" abheben, lassen auf eine
modernere Band schließen. Die Texte sind tatsächlich die erwarteten
intellektuellen Ergüsse. Der bereits erwähnte, (absichtlich?)
meist schiefe Gesang der das NDW-Feeling doch arg verstärkt, kann
nach einigen Songs allerdings sehr zum Abschalten animieren, und damit
ist nicht unbedingt der geistige Zustand gemeint, sondern vornehmlich
der des CD-Players. Man mag diese eher weinerlichen Gesänge zwar
faszinierend finden, jedoch wirken sie (anders als z.B. bei Lacrimosa)
ziemlich unbeholfen und vielleicht sogar gekünstelt. Trotzdem kommen
Lieder wie der Titelsong "Schwarz Weiss" oder "Fehler" sehr emotional
rüber und berühren den Hörer auch. Eine kurze Trilogie
in der Albummitte rundet das Gesamtbild der Tracks ab, ist aber weiterhin
nicht großartig erwähnenswert... Für Synthie-Pop-Fans,
NDW-Revival-Fanatiker oder Anhänger der alten und neuen Scheiben
von Joachim Witt, ist diese CD vielleicht mal eine passende Alternative
zu den ansonsten doch sehr eintönigen deutschsprachigen 80er-Clones
im Wave-Bereich. Allgemein allerdings erinnert mich die Musik der Echelor's
ein wenig zu sehr an aktuelle Teenie-Schmalz-Bands alla Echt und Konsorten,
was nicht zuletzt wiederum auf die Art des Vortragens zurückzuführen
ist...(ds)
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