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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - The House Of Usher

 

The House of Usher - Inferno/l'enfer - Equinoxe Records

Wäre ich ein Stubentiger, würde ich mich angesichts dieser wohligen Klänge behaglich schnurrend räkeln. Leider hätte ich dann ziemliche Probleme mit der Repeat-Taste, die eigentlich Pflicht ist angesichts solch wundervoller Klänge. Und da sage noch einmal jemand, Gothic Rock ist tot. The House of Usher beweisen auf dieser Scheibe, dass gotische Gitarren noch lange nicht angestaubt klingen müssen, sondern frisch und in einer ausgewogenen Mischung aus Düsternis, Melancholie und Abwechslungsreichtum. Mühlos gelingt der Spagat, zwischen allzu bedrückender Schwermut oder ins allzu Seichte abdriftender Eingängigkeit, den goldenen Mittelweg zu finden, sprich 12 zutiefst atmospärische Stücke zu kreieren. Thematisch bewegt man sich im großen Dunstkreis der Liebe bzw. Gefühlskälte dieser Welt. Eingestreute weibliche bzw. zweistimmige Gesangspassagen, Tempowechsel und experiementell anmutende aber wohldosiert eingesetzte Klänge sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Und als Sahnehäubchen endet diese CD mit einem vertonten Hörspiel von Christian von Aster namens "Die Hölle", welches mit seiner beklemmenden Atmosphäre parallelen zu den Werken Edgar Allen Poes aufweist. Ich bin auf jeden Fall höllisch begeistert!

Morgana

The House of Usher - Inferno/l'enfer

 

THE HOUSE OF USHER - BLACK SUNDAY CHRONOLOGY - Nightbreed Recordings / PHD

Schon als THE HOUSE OF USHER noch bei Celtic Circle unter Vertrag standen, war eine Wiederveröffentlichung der bei Sammlern gesuchten ‘Black Sunday’ Mini-CD angekündigt. Lange hat es gedauert, doch nun liegt sie endlich vor und dazu noch um eine ganze Anzahl an Stücken bereichert. Insgesamt kann man somit von einer Best Of-Compilation sprechen, die die Herzen aller Gothic-Rock Fans höher schlagen lassen dürfte. So gibt es neben der kompletten ‘Black Sunday’ von 1993 zwei ‘re-recorded’ Stücke aus den Anfangstagen der Band, die nur wenigen bekannt sein dürften, da sie bisher lediglich auf längst vergriffenen Demo-Tapes erhältlich waren. Und auch die bekannteren Stücke, wie ‘Don’t Forget’, ‘Witchcult’ oder ‘Succubus’ gibt es als ‘remastered’ oder ‘remixed’ Versionen, so daß auch der Fan noch etwas für sich entdecken kann. Zu guter Letzt, darf auch ein neuer Song nicht fehlen, der eindrucksvoll zeigt, daß man THE HOUSE OF USHER noch lange nicht abschreiben darf. Erwähnenswert ist einmal mehr die mehr als gelungene optische Präsentation der CD. Neben dem farblich neu gestalteten Originalcover von 1993 liegt auch wieder die Kurzgeschichte ‘Der schwarze Sonntag’ bei, die jeden Fan von H. P. Lovercraft begeistern wird. Abgerundet wird die ‘Black Sunday Chronology’ durch ein 16-seitiges Booklet mit einer ausführlichen Biographie der Band und einer weiteren Kurzgeschichte ‘Rock around the Cosmos’. Leider ist die CD derzeit nur über das englische Nightbreed-Label oder direkt bei der Band (Kontaktadresse: Jörg Kleudgen, Hirtenstraße 29, 56073 Koblenz-Lay) erhältlich.Th. K. (Note: 1)

 

THE H0USE OF USHER - Block Surxlay - Mini-CD, Nyctalopia Records

Eine bis dato von den Medien vergessene CD ist "Black Sunday" der Koblenzer Formation The House of Usher. Dabei bieten die Musiker um Sänger Jörg Kleudgen sehr guten Gothic-Rock. Einflüsse wie die The Sisters Of Mercy lassen sich in dem Musikgenre sicher nicht leugnen, jedoch wird hier nicht kopiert sondern es wird hier eindrucksvoll gezeigt, daß Gothic-Rock abwechslungsreich und interessant sein kann. Auch live sind The House Of Usher unheimlich druckvoll und bieten neben echten Knallern auch ruhige, eingängige Balladen. Das Jörg Kleudgen nebenbei auch Gothic-Novels schreibt, merkt man seinen Texten auch an, die für sich kleine phantasievolle Geschichten sind. Sehr interessant ist auch, daß dem Booklet eine Story beiliegt. Wer den Gothic-Rock noch nicht vergessen hat und auf mystische Geschichten und Atmosphären steht, sollte sich diese CD zulegen. Anspieltips: "Black Sunday". "A Nightmare".

Armin Kessel

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