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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - Nightwish -

 

Nightwish - Century Child - Drakkar

Da flatterte mir doch kürzlich ein ganz besonderer Leckerbissen aus dem Hause Drakkar ins Haus. Nach einer Live DVD bzw. VHS und dem Lückenbüsser Over The Hills And Far Away, bei dem zumindest zwei neue Songs zu hören waren, liegt hier nun der von Fans ersehnte und nach dem Erfolg von Wishmaster heiß erwartete neue Longplayer von Nightwish "Century Child" in meinen Händen.

Insgesamt kommt dieses Werk härter daher. Wo‘s früher als Gothic Metal bezeichnet werden konnte, ist es nun wirklicher Heavy Metal mit leichtem Gothic Einschlag. Natürlich fehlen die orchestralen Töne nicht. Und obwohl auch durchaus Balladen wie z.B. das wunderschöne Forever Yours auf dem Album zu finden sind, ist es doch mehrheitlich ein Schlag in die Magengrube. Positiv gesehen, natürlich! Das Album rockt ganz gewaltig ab! Mein persönlicher Favorit ist hier Slaying The Dreamer. Es kommt ungewohnt rotzig und ungeschliffen daher...und macht es für mich gerade deshalb zu einer Perle dieses Albums. Mit dem vielgelobten The Phantom Of The Opera kann ich nicht so viel anfangen, was aber wohl daran liegt, daß ich das Original schon nicht mag. Der krönende Abschluß, das 10 minütige Epos Beauty Of The Beast ist in meinen Augen noch einmal ein musikalischer Querschnitt durch das gesamte Album. Wer Nightwish vorher schon mochte, wird hier glänzend bedient. Allerdings werden mit dieser Produktion auch bestimmt andere Leute angesprochen, die vorher nicht so viel mit Nightwish anfangen konnten. Selbst die Mattenschwinger Fraktion könnte an diesem Album ihre helle Freude haben. Ich persönlich empfinde Tarjas markanten Gesang nicht mehr als so störend wie bei den Vorgängeralben. Er fügt sich gut ein und ist nicht mehr so dominant, Tarja schwelgt nicht mehr so in Arien, sondern benutzt ihre bemerkenswerte Stimme dazu, die richtige Stimmung zu vermitteln, ohne dabei allerdings ganz auf stimmgewaltige Soli zu verzichten. Sie erweiterte ihr Repertoir lediglich um ein paar Facetten. Die Frau kann abrocken. Ein Pluspunkt ist auch, daß Tarja stimmlich hervorragend durch den Bassisten Marco Hietala unterstützt wird. Die Stimmen ergänzen sich hervorragend.

Ich kann‘s kaum erwarten, diese Songs live zu hören.

Kerstin  

 

NIGHTWISH – Over The Hills And Far Away – CD – Drakkar Records / BMG

Kam mir doch irgendwie bekannt vor, der Titel, und tatsächlich, bei "Over The Hills And Far Away" handelt es sich um eine Coverversion des alten Gary Moore-Hits. Der Song gefiel mir eigentlich schon damals ganz gut und dank der begnadeten Stimme von Nightwish-Sängerin Tarja ist auch die vorliegende Version mehr als gelungen. Etwas härter, aber ansonsten recht nah am Original, können Nightwish mit ihrer Interpretation wahrhaft brillieren. Bei der vorliegenden CD handelt es sich übrigens nicht um ein komplett neues Fulltime-Album, immerhin ist die Veröffentlichung von "Wishmaster" noch gar nicht so lange her. Neben dem Moore-Cover befinden sich zwei neue Stücke auf dem Silberling, wobei insbesondere die Ballade "Away" überzeugen kann. Zudem gibt es mit "Astral Romance" ein Stück vom Debütalbum "Angels Fall First" in neuer Version, sowie sechs Live-Stücke vom Abschlußkonzert der Wishmaster-Tour 2000. Und wem das noch nicht reicht, der sollte auf das limitierte DigiPak zurückgreifen, auf dem sich die sechs Live-Stücke zusätzlich als Videoclips befinden. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen erfolgt parallel die Veröffentlichung einer DVD und einer VHS ("From Wishes To Eternity") mit dem kompletten Konzert. Ich denke, mehr als genug, um sich die Zeit bis zum nächsten regulären Nightwish-Album zu vertreiben, oder?

Thorsten Kübler

Nightwish

 

NIGHTWISH - Angels fall first - Spinefarm Records

Da wird sich die Gothmetal-Fraktion sicherlich die Finger nach lecken: Eine finnische Bombast-Goth-Band mit einer wunderschönen Frauenstimme und einprägsamen Melodielinien, mythischen Texten und so weiter. Das Ganze wird sehr abwechslungsreich dargeboten, es finden sich sowohl einfühlsame Balladen (z.B. "Angels fall first") wie auch Metalkracher (z.B. "Elvenpath") und Songs, die beides verbinden (z.B. "Astral Romance"), aber dominant bleibt immer die tolle Stimme der Sängerin Tarja. Ausnahmsweise will ich diesmal auch einen Anspieltip geben: "Nymphomaniac Fantasia" (Song Nr.7) gefällt mir auf diesem insgesamt guten Album mit Abstand am besten. NIGHTWISH bieten zwar nichts großartiges Neues, aber das, was sie machen, machen sie gut, und das ist doch schon mal was...

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