| Profane
Omen - Label Of Black - Eigenproduktion
Endlich
mal wieder eine Metalscheibe, bei der es einem in Finger- und Haarspitzen
juckt, selbige heftig durch Luft zu schleudern. "Label Of Black",
so lautet der Titel des neuen und nunmehr zweiten Albums der finnischen
Melodic Death Metal Band "Profane Omen", die hierzulande
LEIDER noch relativ unbekannt ist. Höchst Zeit für uns, dieses
Defizit auszugleichen, denn jeder der fünf Songs auf diesem Album
weiß gleichermaßen auf hohem Niveau zu überzeugen. Die
Herren aus den derzeit frostigen Gefilden geizen weder mit aggressiven,
noch mit gefühlvollen Klängen und so geht´s vom ersten Song
an voll zur hartmetallischen Sache. "Are You God?" ist ein kompromissloser,
geradliniger Metalsong mit den nötigen Ecken und Kanten. Harte Gitarrenriffs,
eine zeitweise peitschende Leadguitarre, die uns mit hohen Klangfrequenzen
verwöhnt, unterbrochen durch sanfte, melodische Pianoteppiche – in
diesem klanglichen Gewand präsentiert sich "Throw Your Stones",
der zweite Track. Der absolute Höhepunkt dieses musikalischen Werkes
ist genau mittig platziert. Mit der Ballade "Father" ist den
Jungs ein echter Dauerbrenner in die Instrumente geflossen. "Father"
wechselt zwischen aggressiv fordernden und verletzt klagenden Gesangsequenzen
und zeigt die überragende stimmliche Klasse des Frontmannes Jules
Näveri auf, der, im Gegensatz zu einem gewissen Herrn Holmes
durchaus in der Lage ist, sowohl zu Schreien, als auch melodisch tragende
Töne zu produzieren. Die beiden letzten Songs "Label Of Black"
und "Burial Hymn" leben ebenso wie ihre Vorgänger von dem
inneren Zwiespalt. In allen Songs treffen düstere Melancholie und
strahlenden Hoffnung aufeinander und treten in eine Art indirekten Dialog
miteinander, der durch die Gesangssequenzen real wird.
Stark und zerbrechlich gleichermaßen!
So dualistisch hat sich in jüngster Vergangenheit selten ein Album
dieses Genres zu präsentieren gewusst. Respekt!
Mareike Meyer
|
|
|