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Archiv Rezensionen - Kains Kinder

 

Sampler – Kains Kinder – UpScene / Indigo

Kains Kinder, welche Ironie. Kains Kinder, zwei Tage nach Veröffentlichung dieser Compilation griffen US-Truppen den Irak an. Kains Kinder, der Soundtrack zum wahr gewordenen Wahnsinn. Kains Kinder, erschlage Deinen Bruder, denn er trägt die falsche Uniform.

Abgesehen von diesem zufälligen Bezug zur derzeitigen politischen Lage in der Welt zeichnet sich Kains Kinder als eine Compilation aus, die sich wohltuend aus der Masse an Sampler-Veröffentlichungen, die monatlich über uns hereinbricht, hervorhebt. Diese Compilation hat ein Konzept, das Konzept, die Geschichte Kains Kinder zu erzählen. Martin Sprissler, eine aus der Szene wohl nicht mehr wegzudenkende Ikone hat eine ganze Anzahl prominenter Bands um sich versammelt und diese seine Texte vertonen lassen. Das Ganze zog sich über rund drei Jahre hin und zeigt sich abwechslungsreich wie die daran beteiligten Künstler. Hier treffen Illuminate auf Phillip Boa, The Fair Sex auf ASP oder Dive auf Escape With Romeo. Insgesamt 17 Bands und Künstler haben sich versammelt, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, lediglich zusammengehalten von Martins Texten. Ein faszinierender Blick in seine Gedankenwelt, dazu größtenteils bisher unveröffentlichte Songs, was diese CD noch mehr zu einem Kleinod macht. Überdies wird bei der limitierten Erstauflage eine zweite CD beiliegen, die verschiedene Songs der vor rund zehn Jahren und schon lange nicht mehr erhältlichen Compilation „Aural Conception“ enthält. Hier versammeln sich weitere klanghafte Namen wie Tilo Wolff (Lacrimosa) oder Umbra Et Imago. In Sachen Samplern wohl die Empfehlung des Jahres.

Thorsten Kübler

Sampler – Kains Kinder

 

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