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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Die Fabel vom kleinen Hasen und dem Maulwurf |
Eines Tages sass der kleine Hase vor seiner Hasenhöhle, und begann zu beten. Er betete, weil er glaubte, dass Gott die Kraft hätte, das Leid des kleinen Hasen zu ertragen, und die Fähigkeit, dem Hasen alles zu verzeihen, was er in seinem Hasenleben falsch gemacht hatte.
Plötzlich sah der kleine Hase, vor seiner Höhle einen Maulwurf aus seinem Hügel hervorgucken.
"Ach Maulwurf," seufzte der kleine Hase "Kannst du mir nicht deine Welt zeigen? Die hier oben gefällt mir nicht mehr. Ich wäre glücklich, wenn ich dein zartes Fell an meiner Seite spüren könnte."
Der Maulwurf sah den kleinen Hasen an und sprach:
"Hast du dir deine Welt genau angesehen, Hase? Kennst du schon jeden Winkel?"
Der Hase nickte.
"Schau noch einmal hin. Denn das, was dir jetzt alt erscheint, mag möglicherweise Neues in sich bergen." redete der Maulwurf dem kleinen Hasen zu.
Der Hase dachte nach.
"Ich meide die Sonne, mag eher meine dunkle Hasenhöhle. Und nun hätte ich die Chance, dein dunkles Reich kennen zu lernen. Es spricht zwar gegen meine Hasennatur - eigentlich ist es schon eine Sünde. Aber vielleicht ist es das, was einen besseren Hasen aus mir macht. Es wäre ein Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft." gab der kleine Hase dem Maulwurf zu verstehen.
Der Maulwurf verstand, dass der kleine Hase nur glücklich werden würde, wenn er das Fell des Maulwurfs an seiner Seite spüren könnte.
Und die Moral von der Geschicht´:
Auch wenn´s Sünde ist, folge dem, was glücklich macht, egal ob Dunkelheit oder Licht.
Als Inspiration für diese Fabel diente der Song "One caress" von Depeche Mode
Marta Bock